Beschlussvorschlag/Empfehlung:
1.
Der
Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Klimaschutz beschließt die
Entwurfsplanung für die Spielflächen im Schotthock als Grundlage der weiteren
Bearbeitung.
2.
Der
Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Klimaschutz beschließt den neuen
Kostenrahmen für den Umbau der Spielflächen im Schotthock.
Begründung:
A Hintergrund und Grundlagen
Im September 2022
wurde das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) „Unser
Schotthock – Auf gute Nachbarschaft!“, als Zielvorgabe für die weitere
städtebauliche und funktionale Entwicklung des Stadtteils Schotthock, vom Rat
der Stadt Rheine beschlossen (siehe Drucksache 276/22).
Die Stadt Rheine
hat für das Programmgebiet im Schotthock u. a. Mittel für die qualitative
Weiterentwicklung der Spielflächen (Maßnahme 14) sowie zur Aufwertung der
Spielplätze an der Zollernstraße (Maßnahme 12) und der Walshagenstraße
(Maßnahme 13) beantragt. Die Mittel wurden im Bewilligungsbescheid vom 01.
Oktober 2024 zugesagt. Es stehen Mittel in Höhe von 455.000 € (davon
Zuwendungen in Höhe von 60% = 273.000 €) im städtischen Haushaltsplan zur
Verfügung. Die Maßnahmen wurden zusammenhängend vergeben.
B Planung Spielflächen im Schotthock
Für das Projekt sollen zwei Kinderspielplätze ganzheitlich
betrachtet und grunderneuert werden sowie acht weitere Spielflächen punktuelle
Aufwertungen erfahren. Die Bezeichnungen der Spielplätze sind dem
Freizeitflächenbedarfsplan entnommen und weichen in manchen Fällen von den
Bezeichnungen im ISEK ab. Die Abweichungen sind kenntlich gemacht. Folgende
Spielflächen werden in dem Projekt betrachtet:
1.
Kinderspielplatz Zollernstraße (ISEK:
Servatiistraße)
2.
Kinderspiel- und Bolzplatz
Bayernstr./Walshagenstr. (ISEK: Schleusenstraße)
3.
Kinderspielplatz Asternweg
4.
Kinderspiel- und Bolzplatz Walshagenpark
5.
Kinderspielplatz Josef-Wimmer Straße
6.
Kinderspielplatz Godehardweg
7.
Kinderspielplatz Lange Riege
8.
Kinderspiel- und Bolzplatz Kriemhildenweg
9.
Kinderspielplatz Dietrichstraße
10. Kinderspielplatz
Hadubrandweg
Das Büro Lichtenstein
Landschaftsarchitektur & Stadtplanung PartGmbB ist im April 2025 beauftragt
worden. Am 30. April 2025 fand, unter Beteiligung der technischen Betriebe
Rheine, der Grünplanung, der Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Rheine sowie
dem Quartiersmanagement, eine Ortsbegehung statt. Im Mai wurde dann eine
Online-Beteiligung durchgeführt. Plakate an allen Spielflächen sowie Social-Media-Beiträge
und die örtliche Presse haben darauf aufmerksam gemacht. Die Rückmeldung konnte
mehrsprachig abgegeben werden und fand großen Anklang. Über 100 Ideen aus der
Bürgerschaft wurden so gesammelt. Zudem wurde am 20. Mai 2025 ein Spaziergang über
die Spielplätze gemacht, um dort weitere Stimmen von Nutzenden einzuholen. Die
Vorschläge sind in die Planung eingeflossen und haben zu folgenden Ergebnissen
geführt:
Der Kinderspielplatz an der Zollernstraße (ISEK Maßnahme 12: dort
Servatiistraße) ist eine der Flächen mit Grunderneuerungsbedarf. Die
sanierungsbedürftige Spielfläche hat eine Größe von 760 m². Im Zuge der
Erneuerung werden alle bestehenden Spielgeräte und Ausstattungselemente
zurückgebaut, was Raum für ein neues Konzept bietet. Der Entwurf für den
Spielplatz an der Zollernstraße greift das Thema Wald auf. Die Namensbedeutung
Schotthock weist auf eine ehemals abgelegene, naturnahe Lage hin, die
historisch am Rande von Heide- und Waldflächen lag. Konzeptionell steht das
Thema des Waldes sinnbildlich für einen Ort der Entdeckung, Abenteuerlust und
der Nähe zur Natur (siehe Anlage 1).
Der Kinderspielplatz und Bolzplatz an der Bayernstr./Walshagenstr.
(ISEK Maßnahme 13: dort Schleusenstraße) ist die andere Spielflächen mit
Grunderneuerungsbedarf. Sie hat insgesamt eine Größe von 8.068 m² inkl. des
Fußballfeldes. In einer eingehenden Bestandsanalyse wurde festgestellt, dass
die Spielgeräte, die in einem guten Zustand sind, erhalten bleiben und durch
neue Elemente ergänzt werden können. Der Kinderspiel- und Bolzplatz wird
dementsprechend sinnvoll überarbeitet und nicht komplett grunderneuert. Das
Konzept für die Bayernstr./Walshagenstr. sieht eine Zonierung in drei Bereiche
vor: das Aktionsband auf der östlichen und das Spielband auf der westlichen
Seite - in der Mitte des Geländes liegt der bestehende Bolzplatz (siehe Anlage
2).
Im Rahmen des Projektes werden an den acht weiteren Spielflächen
punktuelle Erneuerungen vorgenommen. Dabei werden hauptsächlich vereinzelte
Spielgeräte, die sehr stark abgenutzt sind, und übergreifend alle Sitzbänke und
Abfalleimer, die noch nicht den neuen Modellen, die in Rheine verwendet werden,
ausgetauscht. Zudem ist ein übergeordnetes Farbkonzept vorgesehen, welches sich
am Bestand orientiert und gegebenenfalls vorhandene Farben aufgreift, sodass
immer eine Farbe auf einem Spielplatz vorkommt. Dafür werden ergänzend
bestehende Stahlelemente wie Pfosten in der jeweiligen Farbe angestrichen. So
unterstützt die Farbgebung, dass die Spielplätze im Schotthock jeweils einen
eigenen Charakter erhalten und darüber hinaus gemeinsam ein Farbzusammenspiel
ergeben. Die konkreten Maßnahmen sind der Anlage 3 zu entnehmen.
Gemeinsames Ziel ist es, die Spielplätze möglichst barrierearm
umzugestalten und die Aufenthaltsqualität weiter zu steigern. Ferner werden
klimaresilliente Neubepflanzung vorgenommen.
C Entwicklung der Kosten
Die im ISEK
veranschlagten Kosten für die Weiterentwicklung und Neugestaltung der
Spielflächen sind nicht auskömmlich. Seit der ISEK Veröffentlichung im September
2022 kam es zu erheblichen Preissteigerungen bei Material- und
Produktionskosten (Durchschnittlich um rd. + 26%; Quelle: DeStatis). Dies
betrifft insbesondere Baustoffe wie Holz, Stahl, Beton, Kunststoffbeläge sowie
Transport- und Energiekosten, die unmittelbar auf die Baupreise durchschlagen.
Darüber hinaus wurde bei den Spielflächen bewusst auf eine langlebige und
qualitativ hochwertige Ausgestaltung Wert gelegt. Sie umfasst u. a. robuste
Spielgeräte aus heimischem Holz und eine ansprechende landschaftsgestalterische
Einbindung.
Trotz der
genannten Kostensteigerungen ist es durch planerische Anpassungen und gezielte
Einsparungen gelungen, die ursprünglichen Kostenschätzungen teils deutlich zu
reduzieren (siehe Anlage 4). Insbesondere im Bereich der Spielflächen
Zollernstraße und Bayernstr./Walshagenstr. wurden im Zuge der Entwurfsplanung
einzelne Positionen optimiert, beispielsweise auf Grundlage lokaler Angebote,
um ein niedrigeres Gesamtvolumen zu erzielen. Mit der nun vorliegenden
Entwurfsplanung ergibt sich für das Gesamtprojekt ein aktueller Baukostenstand
von 565.179,43 €. Die Steigerung ist, vor dem Hintergrund der allgemeinen
Baukostenentwicklung seit 2022 sowie der hohen qualitativen Ansprüche an die
Ausführung, wirtschaftlich vertretbar.
Planungs- und
Baukosten zusammen belaufen sich auf 714.200,87 €. Im nächsten Förderantrag können die Kosten angepasst und aufgefangen
werden, so dass sich die Fördersumme von 273.000,00 € auf 428.520,52 € erhöhen lässt. Die 60%-prozentige
Förderquote bleibt also bestehen. Die städtisch zu tragenden Mehrkosten würden
demnach von 182.000,00 € auf 285.680,35 € steigen.
Durch die
Neustrukturierung der Städtebauförderung werden Einsparungen an anderer Stelle
zum Ausgleich von Mehrkosten genutzt. Derzeit ist also davon auszugehen, dass
die Kostensteigerung beim Bau der Spielplätze keine Auswirkung auf das
Gesamtvolumen hat.
D Auswirkungen auf den kommunalen Klimaschutz
Die Belange des
Klimaschutzes und der Klimafolgenanpassung werden im Zuge der Projektbearbeitung
berücksichtigt. Neupflanzungen und Entsiegelungsmaßnahmen werden zur
Verbesserung der Klimaresillienz im Stadtteil beitragen.
Anlagen:
Anlage 1: Entwurf Spielfläche Zollernstraße
Anlage 2: Entwurf Spielfläche Bayernstr./Walshagenstr.
Anlage 3: Entwurf Weiterentwicklung Bestandsflächen
Anlage 4: Kostenübersicht
Anlage 5: Präsentation Spielflächen
