Beschlussvorschlag/Empfehlung:
1.
Der
Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Klimaschutz nimmt die Inhalte der
Machbarkeitsstudie für ein Stadtteilzentrum im Schotthock und die darin
enthaltenen Zielvorgaben Kenntnis.
2.
Der
Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Klimaschutz beauftragt die
Verwaltung, bis zum Sommer 2027 eine Erhebung zur tatsächlichen Belegung und
Auslastung der vorhandenen Räumlichkeiten im Schotthock durchzuführen. Ziel ist
die Überprüfung und Konkretisierung des in der Machbarkeitsstudie dargestellten
Raumprogramms.
3.
Der
Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Klimaschutz beauftragt –
vorbehaltlich der Zustimmung des Sozialausschusses – die Verwaltung, auf Basis
der Ergebnisse nach Ziffer 2 sowie der Machbarkeitsstudie konkrete Vorschläge
zur Stärkung des Stadtteilzentrums zu erarbeiten.
4.
Der
Sozialausschuss beauftragt die Verwaltung, auf Grundlage der Beschlüsse des
Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Klimaschutz konkrete Vorschläge
zur Stärkung des Stadtteilzentrums zu erarbeiten.
Begründung:
A Hintergrund
und Grundlagen
Im September 2022
wurde das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) „Unser
Schotthock – Auf gute Nachbarschaft!“, als Zielvorgabe für die weitere
städtebauliche und funktionale Entwicklung des Stadtteils Schotthock, vom Rat
der Stadt Rheine beschlossen (siehe Drucksache 276/22).
Die Stadt Rheine
hat für das Programmgebiet im Schotthock u. a. Mittel für die Entwicklung einer
Machbarkeitsstudie für ein Stadtteilzentrum im Schotthock beantragt. Diese
wurden im Bewilligungsbescheid vom 28. August 2023 zugesagt. Die Finanzierung
in Höhe von 74.000 € (davon Zuwendungen in Höhe von 60% = 44.400 €) ist durch
den städtischen Haushalt sichergestellt.
Für die Umsetzung
des Stadtteilzentrums stehen im weiteren Verlauf zusätzliche Mittel in Höhe von
3.200.000 € (davon Zuwendungen in Höhe von 60% = 1.920.000 €) bereit. Diese
können für die nächsten Schritte, wie die vertiefende Kommunikation im
Stadtteil, die Erstellung eines Betriebs- und Nutzungskonzepts sowie für die
Planung und die darauf aufbauenden baulichen Maßnahmen, genutzt werden.
Die
Machbarkeitsstudie und die Herrichtung eines Stadtteilzentrums bedingen sich
gegenseitig und sind ein wesentlicher Baustein des ISEK Schotthocks. Sie können
nicht losgelöst voneinander betrachtet werden. Die Umsetzung der Maßnahme muss
demnach innerhalb des Förderzeitraums der Städtebauförderung vorgenommen
werden.
B Machbarkeitsstudie
Stadtteilzentrum
Der Baustein Machbarkeitsstudie
Stadtteilzentrum ist Teil der Maßnahme 08 des ISEK Schotthock. Die Studie ist die
Grundlage für eine spätere Implementierung eines Stadteilzentrums. Sie umfasst
gemäß ISEK folgende Handlungsfelder:
o
Bestandsanalyse vorhandener Räumlichkeiten im
Quartier (Größe, Verfügbarkeit, Barrierefreiheit usw.) und deren
Entwicklungsperspektiven
o
Bedarfsanalyse der Nutzerinnen und Nutzer
(partizipatives Verfahren)
o
Bewertung von Bestand und Bedarf
o
Abgleich von potenziellen Szenarien für ein
Stadtteilzentrum
o
Handlungsempfehlungen für die weiteren
Schritte
Das Büro modulorbeat
(Münster) hat die Arbeit an der
Machbarkeitsstudie im Januar 2024 begonnen. In Abstimmung mit der
Stadtverwaltung der Stadt Rheine ist eine Projektarchitektur entwickelt und
abgestimmt worden. Im Anschluss daran hat sich der Dienstleister intensiv mit
den Konzepten der Stadt Rheine sowie den zur Verfügung stehenden
Datengrundlagen auseinandergesetzt.
Im Februar 2024
fand ein Quartierspaziergang mit Vertretern und Vertreterinnen aus dem
Stadtteil statt. Dabei sind alle öffentlichen Orte, wie Schulen, die Kirche,
das Ludgerusforum und der Walshagenpark besucht worden. Darüber hinaus sind in
Einzelgesprächen weitere Informationen zu den Orten ausgetauscht worden.
In der Folge fand
am 29. Juni 2024 eine öffentliche Beteiligung statt. Interessierte konnten an
einem mobilen Marktstand Anregungen, Ideen und Wünsche für ein Stadtteilzentrum
abgeben. In parallel stattfindenden Workshops konnte vertieft über
Nutzungsszenarien diskutiert werden.
Nach der
Zusammenführung und Auswertung der Ergebnisse fand am 08. Mai 2025 ein weiterer
Workshop mit Vertretern des Stadtteils statt. Es wurde mit den Nutzern sowie
den Verantwortlichen der vorhandenen Orte im Schotthock darüber gesprochen und
Anpassungen vorgenommen.
Der final
vorliegende Bericht enthält die Ergebnisse der intensiven Beteiligung und
Auseinandersetzung mit den Gemeinschaftsorten und handelnden Personen im
Stadtteil.
Im Ergebnis lässt sich festhalten, dass
der Schotthock schon viele gemeinschaftlich nutzbare Räumlichkeiten besitzt.
Allerdings gilt es diese noch sichtbarer zu machen, miteinander zu vernetzen
und vor allem weiter zu öffnen. Auch kleinere Maßnahmen zu Qualitätssteigerung
sollten hier angegangen werden. Dennoch fehlt es dem Schotthock an einem
zentralen Ankerpunkt zur Gestaltung des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Das
fehlende Angebot wird durch ein dezidiert dargestelltes Raumprogramm
beschrieben.
Mit dem Ergebnis der Machbarkeitsstudie
sind also zwei Ansätze weiter zu verfolgen:
1.
Stärkung und Vernetzung dezentraler Strukturen
Hier ist ein moderierter Prozess
anzustoßen. Es gilt die Kommunikation und Beteiligung weiterzuführen, da das
Gelingen eines dezentralen Ansatzes von der erfolgreichen Einbindung und
Mitwirkung vieler Beteiligter abhängt. Im Ergebnis ist eine Plattform zu
schaffen, auf der sich die Orte weiter miteinander vernetzen können. Zudem sind
Lösungen für Öffnung, Zugang und Sichtbarkeit zu finden und vereinzelt kleinere
bauliche Maßnahmen zur Erreichung dieser.
2.
Herrichtung eines Stadtteilzentrums
Auf der anderen Seite muss die Verortung
und bauliche Umsetzung des fehlenden Angebotes und die Herausbildung einer
starken Mitte weiterverfolgt werden. Hierfür hat die Machbarkeitsstudie drei
möglicher Szenarien erarbeitet und anhand einer Gegenüberstellung miteinander
verglichen:
1.
Szenario A – Umnutzung
Ludgerusforum
2.
Szenario B –
Umnutzung der Kirche
3.
Szenario C – Neubau
Die Analyse der beschriebenen Szenarien
kommt dabei zu keinem abschließenden Ergebnis. Der vergleichende Ansatz dient
vielmehr zur Unterstützung einer bewussten Abwägung. Fragen der Priorisierung,
Verfügbarkeit, Nutzbarkeit und Wirtschaftlichkeit müssen im weiteren
Aushandlungsprozess mit allen Beteiligten erörtert werden. Für diese nächsten
Schritte sind daher konkrete Handlungsempfehlungen hinterlegt.
Zuerst soll in einem
moderierten Prozess die Vernetzung der handelnden Personen
vorangetrieben werden. Die vorhandenen Mitstreiter müssen sich hinter dem
Projekt versammeln und bereit für die Mitarbeit an einem Gründungsteam für das
Stadtteilzentrum sein. Danach kann an einem gemeinsamen Betriebs- und
Nutzungskonzept gearbeitet werden.
Anschließend muss der Planungsprozess
vorbereitet und angestoßen werden. Die städtebaulichen Zielsetzungen sind durch
den Rahmenplan (Maßnahme 19 ISEK Schotthock; siehe Vorlage 421/25) vorgegeben. Nach
der Abwägung der drei Varianten aus der Machbarkeitsstudie muss sich auf
ein Zielbild verständigt werden, mit dessen dann die Umsetzung
beginnen kann.
C Analyse
der Belegungs- und Auslastungsstruktur
Vorgeschaltet der in
der Machbarkeitsstudie vorgeschlagenen Schrittfolge, für eine erfolgreiche
Implementierung eines Stadtteilzentrums, wird das zugrunde gelegte Raumprogramm
mittels Darstellung der vorhandenen Orte, Räume sowie deren Auslastung,
Verfügbarkeit und Talenten überprüft. Dies soll die aufgestellten Ergebnisse
der Machbarkeitsstudie untermauern und das Raumprogramm verifizieren.
D Auswirkungen
auf den kommunalen Klimaschutz
Die Belange des
Klimaschutzes und der Klimafolgenanpassung sind im Zuge der Projektbearbeitung
berücksichtigt. Der dezentrale Ansatz, welcher auf bestehende Räume zurückzugreift
und die potenzielle Umnutzung vorhandener Gebäude sind ressourcenschonende
Optionen.
Anlage:
Abschlussbericht Quartierszentrum Schotthock
