Umsetzung Rahmenplan Innenstadt - Maßnahme A12 Förderung und Weiterentwicklung von innerstädtischen Kulturorten (5941-012), Vorstellung des Konzeptes von Mario Haunhorst

Betreff
Umsetzung Rahmenplan Innenstadt - Maßnahme A12 Förderung und Weiterentwicklung von innerstädtischen Kulturorten (5941-012), Vorstellung des Konzeptes von Mario Haunhorst
Vorlage
107/18/1
Aktenzeichen
BdB-0.61-dy
Art
Beschlussvorlage
Referenzvorlage

Beschlussvorschlag/Empfehlung:

 

Der Kulturausschuss empfiehlt dem Bauausschuss folgenden Beschluss zu fassen:

 

Der Bauausschuss nimmt das Konzept des Atelier Mario Haunhorst zur Gestaltung eines Kulturweges durch die Innenstadt zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, auf dieser Grundlage eine Kostenschätzung vorzunehmen und Wege zur Finanzierung des Konzeptes zu suchen. Das Projekt wird nur umgesetzt, wenn die Finanzierung sichergestellt ist.

Begründung:

 

Die Förderung und Weiterentwicklung von innenstädtischen Kulturorten gehört zu den Maßnahmen im Handlungsfeld A „Besondere Orte in der Innenstadt“. Ziel ist es, die Innenstadt nicht nur als Einkaufsstadt zu präsentieren, sondern auch mit kulturellen Angeboten Besucherinnen und Besucher in die Innenstadt zu holen. Neben einer Vielzahl von kulturellen Veranstaltungen bietet sie bereits jetzt dauerhafte kulturelle Ziele. Kultureinrichtungen, historische Entwicklungen sowie die Kultur- und Baugeschichte sollen in Zukunft jedoch stärker im Stadtbild wahrnehmbar werden.

 

Aus diesen im Rahmenplan Innenstadt formulierten Anforderungen wurde als Maßnahme die Erarbeitung eines Konzeptes zur Schaffung eines Kulturweges von der Ems in die Innenstadt und wieder an die Ems formuliert. Mit der Erarbeitung dieses Konzeptes wurde der Künstler Mario Haunhorst aus Osnabrück beauftragt. Begleitet wurde er von einer Arbeitsgruppe die sich aus Vertretern/innen der städt. Museen, der Stadtplanung und des Kulturservices zusammensetzte. Im Laufe des Prozesses entwickelte sich aus der anfänglichen Aufgabenstellung, einen Weg mit Hinweisschildern/-elementen im Sinne eines Signets zu schaffen, die Idee, den öffentlichen Raum mit einem mehrteiligen Kunstwerk zur künstlerischen Markierung und Verbindung bestimmter Kulturorte zu gestalten.

 

Hiermit sollen folgende Ziele erreicht werden:

  • Die gesamte Innenstadt als einen Kulturraum sichtbar zu machen.
  • Auf die permanenten Kulturorte aufmerksam zu machen.
  • Wenn möglich, die Kultureinrichtungen und Kulturtreibenden zu beteiligen.
  • Den kreativen Freiraum der Kultur in der Stadt im Konzept widerzuspiegeln.

 

Hieraus wurde das Projekt mit dem Arbeitstitel „open source Rheine“ entwickelt. In diesem Projekt werden drei künstlerische Akzente mit einer open-source-Symbolik am Kettelerufer, auf dem Marktplatz und am Falkenhof/Mühlentörchen durch die Aufstellung von entsprechenden Skulpturen gesetzt. Sie symbolisieren Anfang, Zentrum und Ende des Kulturweges, der später mit weiteren boden- und wandgebundenen Signets ergänzt werden kann. Die künstlerische Formfindung der Skulpturen ist noch nicht abgeschlossen.

 

Das Projekt ist an die Prinzipien der open-source-Bewegung angelehnt.

  • Geteiltes Wissen, Partizipation und Offenheit sind Voraussetzung für die Kommunikation in freiheitlich demokratischen Grundordnungen. Das Offenhalten von Kommunikationswegen und der freie Zugang zum Wissen sind deshalb Werte und Verpflichtung in der open-source-Bewegung.
  • Open source bezeichnet dabei ursprünglich eine Software, deren Quelltext jedermann zugänglich ist. Im vorliegenden Fall wird dieser Gedanke der offenen Quelle übertragen, indem Kulturorte in der Innenstadt symbolisch als offene Quellen dargestellt werden. Gleichzeitig wird eine neue Kommunikationsform eröffnet zwischen „begreifbaren“ plastischen Ausdrucksformen und einer offenen, internetgebundenen Form der Information und Auseinandersetzung.

 

Das für dieses Projekt entwickelte Signet basiert auf dem Logo der open-source-Bewegung. In seiner geometrischen Form lässt es sich auch als Raumform zur Gestaltung von Bodenflächen, Beeten und Becken nutzen. An den drei Orten mit skulpturaler Gestaltung dient es symbolisch als Quelle, aus der die Skulptur erwächst. Zwischen den Orten kann es als Platte im Boden oder an Wänden erscheinen und so auf besondere kulturelle und/oder historische Orte hinweisen. Gleichzeitig dient es als „Verbindung“ (integrierter QR-Code oder fotografische Erkennung) ins Internet, um auf diesem Wege Informationen und Wissen zugänglich zu machen.

 

Dieses Konzept bewegt sich im Spannungsfeld von Stadtplanung, Design und Kunst. Es verbindet Kulturorte in der Stadt mit Kulturwegen, historischen Bezügen und dem Ems-Radweg der durch die Stadt führt. Es enthält einen innovativen Ansatz, der geeignet ist eine kulturelle Marke zu setzen.

 

Das weitere Vorgehen ist bestimmt von der Tatsache, dass lediglich die finanziellen Mittel für die Erarbeitung eines Konzeptes im Budget des „Rahmenplan Innenstadt“ veranschlagt sind. Nach einer Kostenschätzung müssen aus diesem Grunde noch öffentliche und ggfs. private Geldgeber für die Umsetzung gefunden werden. Um jedoch Gespräche mit Vertretern der Kulturförderung des Landes NRW, Kulturstiftungen und anderen Kulturfördereinrichtungen führen zu können bedarf es allerdings einer politischen Beschlussfassung unter dem Vorbehalt einer noch sicherzustellenden Finanzierung.

 

Hinweis:

Die Ursprungsvorlage wurde in der Sitzung des Bauausschusses am 15.03.2018 zur Vorberatung an den Kulturausschuss verwiesen.

Anlagen:

 

Anlage 1: Projektskizze OpenSource Rheine, Stand 14.06.2018