Umsetzung Rahmenplan Innenstadt- Maßnahme A3- Neugestaltung Marktplatz zum "Herz der Innenstadt" (5941-003)

Betreff
Umsetzung Rahmenplan Innenstadt- Maßnahme A3- Neugestaltung Marktplatz zum "Herz der Innenstadt" (5941-003)
Vorstellung der Ausführungsplanung
Vorlage
323/18
Aktenzeichen
-TBR/meyo-
Art
Beschlussvorlage

Beschlussvorschlag/Empfehlung:

1.      Der Bauausschuss beschließt für die Pflasterungen das unter Punkt B.I beschriebene Materialpaket.

2.      Der Bauausschuss nimmt die Ausführungen zu den Sitzgelegenheiten zur Kenntnis.

3.      Der Bauausschuss nimmt die Ausführungen zur Strom­verteilung zur Kenntnis.

 

Begründung:

 

  1. Hintergrund, bisheriger Verfahrensablauf

 

Die Neugestaltung des Marktplatzes zum „Herz der Innenstadt“ von Rheine hat als Einzelmaßnahme A3 ein erhebliches Gewicht innerhalb des Handlungsfeldes A „Besondere Orte in der Innenstadt“ im Rahmenplan Innenstadt.

 

Im Bauausschuss am 24.11.2016 wurden zwei wesentliche Konzepte für die Umsetzung von Maßnahmen des Rahmenplan Innenstadt beschlossen, die auch Grundlage für die Neu­gestaltung des Marktplatzes sind: Der Gestaltungskatalog (C1) und das Lichtraumkonzept für den öffentlichen Raum der Innenstadt (C8). Allerdings wurden ausdrücklich Abweichungen von den Inhalten dieser beiden Konzepte für die Plätze der Innenstadt zugelassen, um bei Bedarf derer besondere Bedeutung im Stadtbild Rechnung tragen zu können.

 

Als Ausgangspunkt der Entwicklung der Marktplatzneugestaltung wurde am 29.11.2016 eine Ideenwerkstatt mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern durchgeführt, deren Ergebnisse vom Bauausschuss in seiner Sitzung am 02.02.2017 (Vorlage Nr. 045/17) zur Kenntnis genommen wurden.

 

Durch das von Februar bis Mai 2017 durchgeführte anschließende Verfahren einer Mehrfach­beauftragung zur Erstellung von Vorplanungskonzepten für die Marktplatzgestaltung wurde die planerische Grundlage für eine den Zielsetzungen des Rahmenplanes entsprechende, qualitätsvolle und funktions­gerechte Neugestaltung des Marktplatzes geschaffen.

 

Eine Jury aus Fachleuten hat den Prozess mit Unterstützung eines Beratungsgremiums begleitet. Im Ergebnis sprach sich die Jury einstimmig für das Planungskonzept des Büros scape aus Düsseldorf aus.

 

Der Bauausschuss fasste auf dieser Grundlage in seiner Sitzung am 29.06.2017 (Vorlage 220/17) den Beschluss, den Empfehlungen der Jury zum Verfahren Mehrfachbeauftragung Neugestaltung Marktplatz zu folgen und das Büro scape aus Düsseldorf auf Grundlage seines Planungskonzeptes und unter Beachtung der Hinweise und Empfehlungen der Jury mit der weiteren Planung zu beauftragen.

 

Zur Wahrung einer durchgehenden Transparenz und Information der Öffentlichkeit wurde am 21.09.2017 in einer Veranstaltung im Falkenhof ein Zwischenstand des Planungsprozesses präsentiert und mit den anwesenden Bürgerinnen und Bürgern erörtert.

 

Neben der weiteren Detaillierung der Planung wurden im Zeitraum Juli bis Oktober 2017 seitens des Planungsbüros und der Stadtverwaltung fachliche Abstimmungen mit den einzubindenden Fachämtern und öffentlicher Institutionen hinsichtlich ihrer Belange durchgeführt. Deren Ergebnisse sind ebenfalls in die Entwurfsplanung des Büros scape eingeflossen, die schließlich im Bauausschuss am 15.11.2017 (Vorlage 402/17) als Grundlage zum Beschluss der Planoffenlage diente.

 

Während der vorgenannten Sitzung wurde auch bereits eine Entscheidung über die zu verwendenden Pflastermaterialen getroffen, die wie folgt in den Beschluss zur Offenlage einging. Auszug aus der Niederschrift zum Bauausschuss am 15.11.2017:

„Beschluss:

  1. Der Bauausschuss nimmt den Ausbauentwurf für die Neugestaltung des Marktplatzes (Maßnahme A 3 des Rahmenplanes Innenstadt) zur Kenntnis und beschließt die Offenlage der Ausbauplanung gemäß der Variante 4 und die damit verbundenen Aufwendungen in den Diensträumen der Stadtplanung im neuen Rathaus.“

Die Variante 4 wird in der Vorlage 402/17 genauer beschreiben. Es handelt sich um eine Kombination aus Natursteinpflaster für den gesamten Platzbereich. Das vorhandene Natursteinpflaster wird insgesamt durch neues, „geglättetes“ (geschnitten, geflammt) Natursteinpflaster ersetzt. Im Außen­bereich wird ein Kleinsteinpflaster und im Bereich innerhalb der Intarsie wird Großsteinpflaster verlegt. Diese Materialvariante war somit Bestandteil der Offenlageplanung.

 

Während der Offenlage vom 22.01.2018 bis zum 07.02.2018 haben mehrere Bürger Einsicht in die Planunterlagen genommen. Die eingegangenen Anregungen wurden in der am 15.03.2018 im Bauausschuss beratenen Vorlage (102/18) berücksichtigt und sind auch in die bei dieser Sitzung vorgeschlagenen Beschlussvorschläge eingeflossen. Einwendungen gingen unter anderem ein zu den Sitzgelegenheiten. Hier wurde in der Vorlage ausgeführt, dass zu der in der Offenlage vorgeschlagenen Blockform mit Holzsitzfläche wegen der schwierigen Sauberhaltung und Reinigung Alternativen geprüft würden.

Die Beschlüsse der Vorlage wurden mehrheitlich bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung gefasst.

 

Die endgültigen Standorte für Stromanschlüsse bzw. die noch zu detaillierende Lage von Unterflur Verteilerkästen  sollten dem Bauausschuss im Rahmen der Ausführungsplanungen dargestellt werden, da zum damaligen Zeitpunkt die Gespräche mit den betroffenen Beteiligten (u. a. Marktbeschicker, Marktleiter, „Rheine. Tourismus. Veranstaltungen.“) noch nicht endgültig abgeschlossen waren.

 

 

  1. Verfahrensstand, aktuelle Entwicklungen

 

Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Ausführungsplanung soweit fortgeschritten, dass endgültige Aussagen zu den offenen Themen gemacht werden können.

 

B.I       Zu verwendendes Pflastermaterial

 

Das vorgesehene Pflastermaterial kann während der Sitzung in Augenschein genommen werden.

 

  • Intarsie -> Granit, Steingröße 14-20/15 cm und 12 cm stark, verlegt in Reihen, Farbmixe wie auf Bildern (Beispiel Rimpar, Anlage 1)
  • Einfassung Intarsie/Sockel Bank -> Sandstein, Platten 50/50/15 cm, Sockel Bank wie in Plan, Farbe wie Musterstein.
  • Restliche Flächen -> Granit Kleinsteinpflaster verlegt in Segmentbögen bzw. in Kreisform im neuen Brunnen, Farbe wie Musterstein (graublau).

 

B.II     Sitzgelegenheiten

 

Hier hat seit der Offenlage eine Optimierung der Bauweise stattgefunden. Wie auch der anliegenden Zeichnung (Anlage 2) zu entnehmen ist, ist eine Reinigung recht problemlos möglich. Zur Grundreinigung (1-2 mal jährlich) lässt sich das Holzsitzsegment samt Unterkonstruktion mit ca. 6 bis 8 Schrauben einfach demontieren; für die regelmäßige Reinigung können die Spalten mit einem flachen Gegenstand gereinigt werden.

 

B.III    Standorte für Stromanschlüsse

 

Durch Gespräche mit den betroffenen Beteiligten sind sämtliche Bedürfnisse abgefragt worden. Der in der Anlage dargestellte Marktplan (Anlage 3) ist das Ergebnis der Abstimmung zwischen den mitunter gegensätzlich zueinander stehenden Belangen von Marktmeistern, „Rheine. Tourismus. Veran­stal­tungen.“ als auch der Feuerwehr. In diesem Plan sind alle Standorte von ober- und unterirdischen Strom­abnahme­möglich­keiten dargestellt.

Besondere Berücksichtigung findet in dem Plan die verbindliche Vorgabe des politischen Arbeitsgremiums zum Rahmenplan an die Verwaltung, dass während des regelmäßigen Marktgeschehens und bei sämtlichen öffentlichen Veranstaltungen Versorgungsleitungen nicht mehr oberirdisch verlegt werden dürfen, damit diese nicht zu Barrieren werden könnten.

Eine optimierte stromseitige Erschließung von Marktständen und sämtlichen weiteren bekannten Stromabnehmern setzt zwingend eine höhere Anzahl an Unterflurverteilern voraus, als dies mit lediglich zwei Stück noch in der Offenlageplanung vorgesehenen war. Im aktuellen Plan sind daher insgesamt neun Unterflurverteiler und drei oberirdische Stromkästen vorgesehen.

Allein durch die erhöhte Anzahl von Unterflurverteilern entstehen in der aktuellen Kostenberechnung Mehrkosten von etwa 65.000 €. Diese können zwar im Rahmen des Budgets für diese Maßnahme aufgefangen werden, allerdings zu Lasten von Sicherheiten, die in der Kostenberechnung bislang für Unvorhergesehenes während der baulichen Umsetzung eingepreist waren.

 

 

  1. Ausblick, weiteres Vorgehen

Die Planungen sind soweit fortgeschritten, dass mit der Ausschreibung der Oberflächenumgestaltungsarbeiten für diese Maßnahme begonnen werden kann, wenn der Bauausschuss einen Beschluss zu den o.g. Punkten fasst und sobald der Bewilligungsbescheid für die Städtebauförderung vorliegt. Dies wird voraussichtlich im November der Fall sein.

Die Angebotsabgabe für die drei inhaltlich und zeitlich voneinander abhängigen Rahmenplanmaßnahmen C10 Herrenschreiberstraße, A3 Marktplatz und C6 Marktstraße wird voraussichtlich bis zum Jahresende 2018 erfolgen.

Baubeginn für den ersten Abschnitt Marktplatz und die Herrenschreiberstraße soll zu Jah-resbeginn 2019 sein. Die Umgestaltungsmaßnahmen auf dem Marktplatz werden sich in unterschiedlichen Abschnitten bis zum Herbst 2019 fortsetzen, während die Arbeiten in der Herrenschreiberstraße bereits im Frühjahr abgeschlossen werden sollen. Im Anschluss an die Arbeiten am Marktplatz startet die Umgestaltung der Marktstraße, die Anfang 2020 zum Abschluss kommen soll.

Die Zielsetzung für die Beendigung der Bauzeit der Umgestaltungsmaßnahmen im Bereich des Marktplatzes, Marktstraße und Herrenschreiberstraße ist weiterhin mit Anfang 2020 angesetzt.

Für das Jahr 2020 wird, ähnlich wie beim Umbau des Bustreffs als vergleichbarem „Leuchtturmprojekt“ des Rahmenplans Innenstadt, eine öffentliche Eröffnungsfeier des Marktplatzes organisiert. Die Stadt wird sich dazu mit der Pfarrei St. Dionysius abstimmen, die im Jahr 2020 deren 500 jähriges Kirchenjubiläum feiern wird.

 

Anlagen:

 

Anlage 1: Materialauswahl

Anlage 2: Sitzbänke

Anlage 3: Lageplan