Grundschuloffensive

Beschlussvorschlag/Empfehlung:

 

Der Rat zieht die Angelegenheit an sich (Schulausschuss, Bauausschuss).

 

Der Rat nimmt die vorliegende Vorplanung für die Erweiterung der Michaelschule im Rahmen der Grundschuloffensive zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, auf der Grundlage dieser Vorplanung die weiteren Leistungsphasen durchzuführen.

 

Begründung:

 

Im April 2017 wurden im Schulausschuss die Mindeststandards für die Raumsituation an den Grundschulen in Rheine festgelegt. Die Michaelschule gehörte zu den sechs Grundschulen, für die Machbarkeitsstudien erstellt wurden. Die Machbarkeitsstudie bezog sich noch auf eine 3-zügige Grundschule.

Zusammen mit der Erweiterung der räumlichen Situation soll auch der Medienentwicklungsplan umgesetzt werden.

Die Zuordnungen der Fördermittel aus den beiden Förderprogrammen sind im Haushaltsplan 2020 entsprechend veranschlagt worden und basieren auf Grundlage der Machbarkeitsstudien.

Die aus dem Medienentwicklungsplan resultierenden baulichen Maßnahmen werden durch die Zentrale Gebäudewirtschaft umgesetzt.

 

Michaelschule:

Das 1974 in Betrieb genommene Gebäude der Michaelschule (Grundschule) soll im Rahmen der Grundschuloffensive erweitert werden. Die Schule ist zurzeit dreizügig und soll auf eine Vierzügigkeit aufgestockt werden. Entsprechend den Vorgaben des Beschlusses vom Schulausschuss werden Räumlichkeiten für die Differenzierung, eine Mehrzwecknutzung, ein Selbstlernzentrum, eine Mensa, eine Aula sowie ein neuer Bereich für die OGS ergänzt.

Auf dem Grundstück befindet sich bedingt durch die Hanglage ein Höhenunterschied von einem Geschoss. Das Gebäude präsentiert sich von vorne als zweigeschossiger und von der Rückseite als dreigeschossiger Baukörper.

Das Erdgeschoss mit dem Haupteingang befindet sich auf der Höhe der Frankenburgstraße, das darunterliegende Sockelgeschoss samt Schulhof auf dem Niveau der Sutrumer Straße. Die Schule stellt sich aktuell als zweibündige Anlage dar, welche über eine offene Pausenhalle mit der nebengelegenen Sporthalle verbunden ist.

Die Erweiterung gliedert sich in drei Hauptabschnitte. Das erste Bauteil wird sich auf der westlich zum Hauptgebäude gelegenen Freifläche als eigenständiger Baukörper erstrecken. Der zweite Teil bildet sich im Bereich zwischen der Sporthalle und dem Hauptgebäude anstelle der offenen Pausenhalle ab. Im dritten Teil findet der Umbau innerhalb des Hauptgebäudes statt, indem nach den gestellten Anforderungen des Raumprogramms Flächen optimal ausgenutzt werden sowie neue Funktionen abgebildet werden können.

 

Erster Baukörper:

Der 3-stöckige Baukörper umfasst im Sockelgeschoss Flächen für den offenen Ganztag. In den beiden oberen Stockwerken bilden sich zwei Züge mit jeweils drei Differenzierungsräumen ab. Der Baukörper orientiert sich architektonisch an den gegeben Grundstücksgrenzen sowie an dem bestehenden Baukörper. Hierdurch ergibt sich eine Aufweitung der Erschließungsflächen, welche eine zusätzliche Aufenthaltsqualität auf den Flurflächen schafft. Der Abstand zwischen dem neuen Baukörper und dem Bestand ist so gewählt, dass ein Maximum an natürlichem Tageslicht die gegenüberliegenden Klassen erreicht. Verbunden werden die Baukörper über alle Geschosse mit einem transparent gehaltenen Verbindungsgang, so dass hier ein Zusammenschluss der Schulflächen im Neu- und Altbau erreicht wird.

 

Zweiter Baukörper:

Der Bereich zwischen dem Hauptgebäude und der Sporthalle, in dem sich aktuell die offene Pausenhalle und die Schülertoiletten befinden, wird zurückgebaut und durch den dort entstehenden Neubau ergänzt. Im Erdgeschoss zur Frankenburgstraße entsteht der neue, vom Hauptkörper abgesetzte Haupteingang mit dem sich anschließenden Foyer. Von hier aus werden die sich auf dem Schulhofniveau befindende neue Mensa und die neue sich über zwei Stockwerke erstreckende Aula im Erdgeschoss erschlossen. Das sich im Obergeschoss befindende Selbstlernzentrum bzw. die neue Bibliothek werden durch eine neue Treppe erreicht. Ein Aufzug sichert den barrierefreien Zugang zu allen Geschossen.

Im Anschluss an das Foyer und die Aula entsteht ein Stuhllager. Hier befindet sich ebenfalls der zentrale Sanitärbereich. Der Zugang zur Sporthalle befindet sich nach dem Umbau innerhalb der Gebäudehülle. Die Sporthalle soll jedoch auch weiterhin für Vereine außerhalb der Schulzeiten zugänglich sein. Hierfür entsteht ein eigener Zugang für Vereine, der die Zugänglichkeit zur Sporthalle gewährleistet, den Zugang zur restlichen Schule aber nicht ermöglicht.

Eine großzügige Freitreppe im Außenbereich zwischen den so entstehenden Baukörpern verbindet das Foyer mit dem tiefer gelegenen Schulhof. Auch hier öffnet sich die Gebäudekubatur, um einen maximalen Anteil an natürlichem Tageslichteinfall zu gewährleisten.

 

Dritter Baukörper:

Im dritten Abschnitt wird der Bestand des Hauptgebäudes umgebaut. Hier finden in Zukunft acht Klassenräume sowie vier Mehrzweckräume Platz. Zusätzlich zu den erforderlichen Differenzierungsräumen bietet der Bestand Platz für vier weitere kleine Rückzugsräume, in denen Kleingruppen arbeiten können.

Der Verwaltungsbereich mit dem Lehrerzimmer wird erweitert, um die neuen Lehr- und Betreuungskräfte unterzubringen. Die bestehenden Lehrertoiletten werden an die neuen Gegebenheiten angepasst und erhalten zusätzliche Flächen. Der so neu entstehende Verwaltungstrakt bildet eine Einheit. Der Zugang erfolgt nun für Schüler und Lehrer über eine zentrale Anlaufstelle.

 

In dem politischen Arbeitsgremium, das die Maßnahmen der Grundschuloffensive begleitet, wurde die Planung des Hochbaus am 04. März 2020 vorgestellt. Anregungen aus dem Gremium werden in die weitere Planung aufgenommen.

 

In dieser Planungsstufe der Vorplanung wurde eine Kostenschätzung erstellt. Insbesondere für die Maßnahmen im Bestand sind die Kosten schwer zu erfassen. Nach der Kostenschätzung aus der Vorplanung liegen die Kosten für die Maßnahme bei ca. 8.300.000 Euro.

Im Haushalt 2020 sind für die Umsetzung der Maßnahme 5.300.000 Euro eingeplant worden (Kosten für eine 3-zügige Schule im Rahmen der Machbarkeitsstudie), so dass die Finanzierung im Produkt 5202-110113 aktuell nur teilweise gesichert ist. Die Mehrauszahlungen in Höhe von derzeit 3.000.000 Euro sind daher in die Haushaltsplanung für das Jahr 2021 zu berücksichtigen.

 

Klimaschutz:

Die durch die Erweiterung gewonnenen Dachflächen werden als Gründach geplant. Die Pflanzen speichern einen großen Teil des Regenwassers und lassen es anschließend verdunsten. Gleichzeitig werden Staub und Schadstoffe aus der Umgebungsluft gefiltert. Gründächer dienen zusätzlich im Sommer als Schutz vor hohen Temperaturen für die darunter liegenden Räume und im Winter als zusätzliche Wärmedämmung.

Regenerative Energien sollen nach dem Erneuerbare–Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) eingesetzt werden. Gegebenenfalls wird die bestehende Heizungsanlage ein Teil der neuen Gebäudefläche mitversorgen können. Die notwendigen Untersuchungen werden im weiteren Planungsprozess durch entsprechende Fachplaner konkretisiert.

 

Anlagen:

 

Anlage 1: Lageplan

Anlage 2: Grundriss Erdgeschoss

Anlage 3: Grundriss Obergeschoss

Anlage 4: Grundriss Sockelgeschoss

Anlage 5: Ansichten Nord und Süd

Anlage 6: Kostenschätzung

Anlage 7: Soll-Ist-Vergleich Flächen